Die Akte der Nachbarschaft: Orte am Schwälkenberg.
Eine Straße versteht man über ihre Umgebung. Rund um den Schwälkenberg in Schwerin liegt eine ungewöhnliche Dichte an Orten mit eigener Geschichte — vom großherzoglichen Marstall bis zum Garagenhof, der 2022 einem Spielplatz wich. Fünf Dossiers.
Dossier 01 · 1842
Marstall
Klassizistischer Bau von Georg Adolph Demmler am Westufer des Pfaffenteichs, errichtet als großherzoglicher Pferdestall. Heute Sitz der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern und Teil des UNESCO-Welterbes „Residenzensemble Schwerin“. Vom Schwälkenberg in vier Gehminuten erreichbar.
Dossier 02 · 1862
Alte Artilleriekaserne
Neo-Renaissance-Komplex nach Plänen Hermann Willebrands, gebaut für die großherzogliche Artillerie. Seit Juli 2024 Teil des UNESCO-Welterbes; heute Sitz des Finanzamts. Die Kaserne markiert die Grenze zwischen Werdervorstadt und Innenstadt.
Dossier 03 · 1904
Werder-Kaserne
Gründerzeitlicher Klinkerbau, jüngster Baustein der Schweriner Garnisonsachse. Nach wechselvoller Nutzung heute Standort des Bundeswehr-Landeskommandos Mecklenburg-Vorpommern — die militärische Kontinuität des Quartiers in einem einzigen Gebäude.
Dossier 04 · 12. Jh.
Pfaffenteich
Zwölf Hektar Wasser mitten in der Stadt — im 12. Jahrhundert als Mühlenteich des Bischofs aufgestaut, daher der Name. Heute Promenade, Veranstaltungsort und das eigentliche Entrée des Schwälkenbergs: Die Straße liegt zwei Gehminuten vom Ostufer entfernt.
Dossier 05 · bis 2022
Der Garagenhof
Jahrzehntelang endete der Schwälkenberg an einer Garagenanlage aus DDR-Zeiten. 2022 wurde sie abgerissen, die Fläche entsiegelt, begrünt und mit einem Spielplatz versehen. Das unspektakulärste Dossier dieser Sammlung — und das mit der größten Wirkung auf den Alltag der Straße.
Verweis
Wo alles liegt
Die räumliche Ordnung dieser Orte — Teich, Achse, Straße, Wald — zeigt der gezeichnete Plan des Archivs.